Frischekicks für den Grips – Energie „To Go“
Lange Besprechungen, nicht enden wollende Schulstunden, Seminare und Kaffeebesuche… viele Gelegenheiten nutzt unser Gehirn und schaltet auf Autopilot. Die Folge: unsere Konzentration verabschiedet sich, die Präsenz ist futsch und für uns beginnt ein ungleicher Kampf gegen Müdigkeit und Schlappheit. Gut, wenn man ein paar „Kampftechniken“ parat hat, die Durchhängern zu Leibe rücken.
Erleichtern Sie Ihr Denken
Im Alltag beanspruchen wir vor allem unsere linke Gehirnhälfte (wiss. Hemisphäre). Links sitzt unser Verständnis für Logik, Zahlen, Sprache und Struktur – alles alltagsbeherrschende Anforderungen, die unser Leben wesentlich bestimmen. In unserer linken Hemisphäre sitzt außerdem unser Zeitempfinden – ein Grund, warum Mathe-Unterricht, emotionsarme Besprechungen und Höflichkeitsbesuche oft gefühlte Ewigkeiten dauern. In diesen Situationen ist fast ausschließlich unser vernünftiges „Links“ am Werk. Die rechte Hirnhälfte läuft derweil im Leerlauf. Wollen wir unser Denken erleichtern und damit unsere Präsenz steigern, müssen wir unsere rechte Hemisphäre in die Denkprozesse einrasten lassen. Um unsere rechte Hirnhälfte dauerhaft bei der Stange zu halten, braucht es ein Training, wie es beispielsweise das Ganzheitliche Gedächtnistraining bietet. Aber auch für untrainierte Hirnbenutzer gibt es Akuthilfen, die die schlummernde Hemisphäre anspringen lässt. Diese Aktivierung lässt sich u.a. mit Bewegungen über die Körpermitte sehr gut erreichen, da die motorische Steuerung unserer Körperseiten gekreuzt ist: die linke Hemisphäre steuert unsere recht Körperhälfte und umgekehrt.
Nun ist es nicht jedermanns Sache, mitten im Seminar plötzlich aufzustehen und Bewegungsübungen zu vollführen (auch wenn das zweifelsohne einen enormen Effekt auf das Aufmerksamkeitspotential ihrer Kollegen hätte):
Alltagstaugliche, sprich unauffällige Techniken sind gefragt.
Wem es gelingt, beide Hirnhälften gleichermaßen zu nutzen, fühlt sich seelisch und körperlich in Balance und lernt leichter. Nachfolgend eine Auswahl an Weckhilfen und Energielieferanten für Ihre Hemisphären.
Aktivieren Sie Ihre Hände
Schreiben Sie handschriftlich, machen Sie sich Notizen oder krickeln Sie irgendwas. Dabei können Sie Ihre Schreibhand von Körperhälfte zu Körperhälfte wechseln lassen. Schreiben / Krickeln Sie zusätzlich mit ihrer ungeübten Hand.
Liegende Acht
Lassen Sie Ihre Augen eine liegende Acht nachfahren. Schon diese kleine Übung aktiviert und verknüpft beide Hemisphären bestens.
Sport denken
Sie möchten nicht augenrollend am Schreibtisch erwischt werden? DENKEN Sie Über-Kreuz-Bewegungen. Es ist wissenschaftliche erwiesen, dass bereits das Denken von Bewegungen die gleichen Hirnaktivitäten auslöst wie das TUN.
Es müssen nicht immer Über-Kreuz-Bewegungen sein – auch Atemtechniken und Visualisierungen erfrischen das Gehirn.
Luftkissen zwischen die Wirbel
Sie sitzen wieder zusammengesackt auf ihrem Stuhl? Bei dieser Haltung kann kein Denkprozess in Schwung kommen. Unauffällige Gegenmaßnahme: Platzieren Sie in Gedanken kleine Luftballons zwischen den einzelnen Wirbeln Ihrer Wirbelsäule. Stellen Sie sich nun – so bildhaft wie möglich – vor, wie die kleinen Ballons sich von den Lendenwirbeln bis zum Nacken nach und nach mit Luft füllen und Ihren Oberkörper ohne übermäßige Anstrengung aufrichten. Wirkt sofort belebend!
Zungenenergie
Eine Übung aus der hinduistischen Lehre, das das sog. „Prana“ (=Lebenskraft) stärkt: Die Zunge an den Gaumen legen und die Hände vor der Brust falten. Eine Minute lang in dieser Haltung tief atmen, dann locker lassen. (Wirkt von außen, wie entspanntes Zuhören)
Ohrmuschelkneten
In der Akupressur hat jedes Organ einen entsprechenden Energiepunkt auf der Ohrmuschel. Kneten wir unsere Ohren – wirkt das wie eine Energiedusche von Kopf bis Fuß:
Fassen Sie beide Ohrläppchen mit Daumen und Zeigefinger und ziehen Sie einige Male sanft daran. Dann kneten Sie Ihre Ohrmuscheln von oben nach unten mit den Fingerspitzen einmal sanft durch.
Heiße Kugel im Bauch
Denken Sie sich eine lodernd heiße Kugel in Ihrer Körpermitte. Mit jedem Einatmen hebt sich dieser Feuerball langsam ein Stückchen nach oben. Zunächst in Richtung Herz, weiter über die Wirbelsäule über den Nacken in den Kopf. Diese Visualisierung ist spannend für ihre rechte Hirnhälfte, die gerne Bilder produziert und wirkt zugleich entspannend auf Rücken, Nacken und Hinterhaupt.
Kaugummi
Lässt es die Situation zu, kauen Sie ruhig mal wieder Kaugummi. Die mahlenden Bewegungen und ein anschließendes Massieren der Kiefergelenke verstärkt nachgewiesener Maßen die Sauerstoffzufuhr unseres Gehirns.
Carola Nagel [can]
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