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Was hilft gegen geistigen Abbau – wo gibt´s neue Nervenzelle?

26. April 2010

Der Reiz des Unbekannten

Warum Neues lernen? Die Frage  stellt sich vielen, die unüberwindbare  Hürden vor dem Erlernen des Klavierspielens, Schachspielens oder einer neuen Sprache sehen. Die Antwort: weil man damit Möglichkeiten an die Hand bekommt, Hirnschäden zu mildern oder zumindest deren Verlauf zu verlangsamen, die durch inspirationslosen Lebenswandel, Routine gelähmten Alltag  und die allgemein mit dem Älterwerden drohen. Auf diese Erkenntnis sind die Neurologen Rüdiger Ilg und Mark Mühlau vom Klinikum Rechts der Isar in München gestoßen.

Setzen wir uns mit Neuem und Ungewohntem auseinander, dann werden Bereiche im Gehirn umgebaut, die während des Lernens besonders beansprucht werden. Indem sich die Verschaltungen zwischen Nervenzellen erweitern, passt sich das Gehirn der jeweiligen Aufgabe an. Neue  Synapsen entstehen. Die beste Nachricht: Diese sogenannte Plastizität des Gehirns funktioniert bis ins hohe Alter.

Neues zu lernen empfindet unser Gehirn  als höchst spannend. Besonders gut lässt sich unser Denkorgan in Kombination mit Bewegung trainieren.

Jonglieren lernen lässt neue Nervenzelle wachsen

Studien an Patienten mit einer milden kognitiven Beeinträchtigung (Vorstufe von Demenz) weisen darauf hin, dass Gedächtnistraining das Fortschreiten der Demenz verlangsamt. Sehr gut für die Optimierung oder Reoptimierung der geistigen Fitness eignen sich komplexe koordinative Aufgaben, die das Anwenden von verschiedenen Fähigkeiten erfordern, wie das beim Erlernen des Jonglierens (siehe Hamburger Jonglierstudie 2009/ UKE Eppendorf) der Fall ist.  UKE-Forscher haben in Studien herausgefunden, dass Jonglieren graue Nervenzelle spriessen lässt – und das bereits eine Woche nach Trainingsstart.

Sudoku oder Musizieren, was tun gegen geistigen Abbau?

Neuropsychologen an der Universität Zürich stellten fest, dass das Klavierspielen ein enorm effektives Gehirntraining ist. Die Züricher Forscher übten regelmäßig mit ihren Probanden (70 Jahre alt und älter) am Klavier und maßen dabei ihre Hirnaktivitäten. Bereits nach einer Woche beobachteten die Forscher Veränderungen im Gehirn. Die Gebiete, die für die Bewegungsabläufe (motorische Areale) zuständig sind, arbeiteten effizienter. Die Gehirne älterer Menschen reagieren also genauso, wie man es von jungen Gehirnen erwartet: Streichen Sie das Sprichwort “Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr” rigoros aus ihrem Repertoire!!

Sowohl beim Jonglieren, als auch beim Klavierspielen werden unterschiedlichste Bereiche des Gehirns gefordert. Große und weit voneinander entfernte Teile des Gehirns werden gleichzeitig aktiviert und intensiv angeregt, sich zu vernetzen.

Hier gibt´s neue Nervenzellen
Jongliertraining  / Grundlagen bietet an: Carola Nagel Gedächtnistraining
Gedächtnistraining am Klavier (mit UND ohne Vorkenntnisse): Carola Nagel und Hans-Jürgen Neuring mit ihrem gemeinsamen Konzept PianoMemory.

Carola Nagel [can]

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